Krankheitsbilder

Welche Infektionen lassen sich mit individueller Immuntherapie behandeln?

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1. Infektionen des Harn- und Genitalsystems

Hierzu gehören unkomplizierte Blasenentzündungen, chronische Entzündungen der Vorsteherdrüse (Prostata) und Scheideninfektionen. Eine Blasenentzündung (Cystitis) verläuft bereits dann „chronisch“, wenn sie mindestens drei Mal in zwölf Monaten oder zwei Mal in sechs Monaten aufgetreten ist. Werden bei den Infektionen die gleichen Erreger als Verursacher festgestellt, kann eine individuelle Immuntherapie sinnvoll sein.

2. Infektionen der Haut

Typische Infektionen der Haut sind Akne (Acne), Akne inversa (Acne inversa), Haarfollikelentzündung (Follikulitis), Eiterflechte (Impetigo), Bartholini-Abszesse der Schamlippen und Furunkel, bzw. Karbunkel. Furunkel sind äußerst schmerzhafte, eitrige Entzündungen in der Haut. Sie können am ganzen Körper vorkommen. Einige Menschen bekommen laufend neue Furunkel, sobald eines in der Abheilung begriffen ist, kündigt sich bereits das nächste an. Diese Kette kann eine individuelle Immuntherapie wirksam unterbrechen. Für große Aknepusteln, Entzündungen der Haarfollikel einschließlich Abszessen und wiederkehrende Eiterflechten gilt das gleiche Prinzip. Wenn die Haut durch Neurodermitis geschädigt ist, können sich einzelne Hautareale durch zusätzliche bakterielle Besiedlung entzünden. In diesem Fall kann man mit einer individuellen Immuntherapie diese sogenannte Superinfektion beseitigen und eine allgemeine Verbesserung der Neurodermitis erzielen.
Auch bei infizierten Wunden, die monatelang nicht heilen (Wundheilungsstörungen) und Knochenentzündungen, z.B. nach Unfällen, Knochenbrüchen und Operationen, ist eine auf den Patienten und „seinen Erreger“ abgestimmte Therapie aussichtsreich.

3. Infektionen des Nasen-Rachen-Raums

Gerade Entzündungen der Ohren (Otitis), der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) und der Mandeln (Tonsillitis) treten häufig immer wieder auf. Mittelohrentzündungen und Mandelentzündungen sind oft schmerzhaft, so dass jedes Mal ein Antibiotikum verordnet wird. Nicht immer ist eine Entfernung der Mandeln der einzige Weg. Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen wiederum begünstigen die Entstehung weiterer Infektionen und sind außerdem beim Riechen, Schmecken und Schlafen hinderlich. Sie verursachen Druckgefühl und Kopfschmerzen. Hier kann eine auf den Patienten abgestimmte Therapie Abhilfe schaffen.

4. Zahnfleischentzündung

Die chronische Entzündung des Zahnfleisches (Parodontitis), ist schmerzhaft, kann unangenehmen Geruch verursachen und birgt auch ein kosmetisches Problem. Noch unangenehmer können die Folgen werden, wenn das Zahnfleisch zurückgeht und Zähne ihre Verankerung verlieren. Selbst der Kieferknochen kann angegriffen werden. Gelingt es, die schädlichen Bakterien auszumachen und anzuzüchten, kann eine individuelle Therapie auf Basis dieser Erregern zu nachhaltiger Besserung führen.

5. Infektionen der tiefen Atemwege, Bronchitis, COPD

Patienten mit Allergien, Asthma oder chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD) reagieren bei zusätzlicher Infektion der Bronchien mit Luftnot und sind stärker gefährdet, eine Lungenentzündung zu bekommen. Neben der Empfehlung, sich gegen Pneumokokken als dem häufig-sten Erreger der Lungenentzündung impfen zu lassen, kann es bei gehäuft auftretenden Schüben akuter Bronchitis (Infektexazerbation) sinnvoll sein, gezielt etwas zu unternehmen. Hier findet die individuelle Immuntherapie ihren Einsatz.

6. Infektionen mit resistenten Bakterien

Presse und Fernsehen berichten zunehmend über sogenannte „Killerbakterien“. Gemeint sind hiermit in erster Linie MRSA-Infektionen. Der Begriff bedeutet: Methicillin-Resistenter- Staphylococcus-Aureus. Staphylokokken sind Bakterien, die eitrige Entzündungen hervorrufen, die normalerweise mit Penicillin behandelbar, sind. In den letzten Jahren haben sich jedoch Stämme herausgebildet, die gegen alle verfügbaren Antibiotika resistent sind. Neben MRSA gibt es bereits weitere, sehr gefürchtete resistente Bakterien (ESBL, Pseudomonas). Das Antibiotikum ist in diesen Fällen zu einer stumpfen Waffe in der Hand des Arztes geworden. Eine individuelle Immuntherapie kann ein rettender Ausweg sein.

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