Infektionen des Harn- und Genitalsystems
Unkomplizierte BlasenentzündungenHarnwegsinfekte gehören zu den häufigsten bakteriellen Infektionen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Bei wiederholt auftretender Blasenentzündung (Cystitis) sollten urologische und ggf. gynäkologische Untersuchungen durchgeführt werden, um komplizierende Faktoren wie Tumoren, Steine, Harnwegsverengungen, Blasenentleerungsstörungen und ggf. Scheidenentzündungen auszuschließen. Solche komplizierenden Faktoren sollten vorrangig behandelt werden.
Ungefähr 50 bis 80 % aller Frauen haben in ihrem Leben mindestens eine Harnblasenentzündung. 20 bis 50 % von ihnen erleiden weitere Harnwegsinfekt-Episoden. In Extremfällen wurden über 40 Infekte pro Patient in einem Jahr beschrieben. Eine unkomplizierte Blasenentzündung wird bereits dann als „chronisch rezidivierend“ eingestuft, wenn sie mindestens drei Mal in zwölf Monaten oder zwei Mal in 6 Monaten aufritt.
Typische Symptome sind Brennen beim Wasserlassen, vermehrtes Harndrangsgefühl und vermehrtes Wasserlassen. Manchmal kann eine Rotfärbung des Urins beobachtet werden, mitunter auch eine Trübung.
Urinteststreifen – Blut wird positiv angezeigtEine Mittelstrahlurinprobe ist die am meisten verwendete diagnostische Untersuchung bei Verdacht auf eine Infektion. Am besten ist der erste Urin des Tages (= Morgenurin) geeignet. Dabei soll der Patient eine Portion Urin in die Toilette laufen lassen, die zweite Portion in einem sauberen Gefäß auffangen und den Rest wiederum weglaufen lassen. In der Arztpraxis wird meist schon mittels eines Teststreifens ermittelt, ob der Urin weiße oder rote Blutkörperchen enthält. Wird auch noch das „Nitrit“-feld des Teststäbchens positiv, so sind dies Anzeichen für eine bakterielle Infektion der Blase. Oftmals wird dann ein Breitspektrum-Antibiotikum verordne. Die Beschwerden klingen dann schnell ab.
In dem Fall, dass der nächste Harnwegsinfekt nicht lange auf sich warten lässt, sollte man zusätzlich zur Teststreifen-Untersuchung den Urin im Labor untersuchen lassen. Dabei will man erfahren, wie viele Organismen pro Milliliter Urin zu finden sind und vor allem von welcher Sorte. Grundsätzlich kann es sich bei dem folgenden Infekt um einen Rückfall oder eine Neuinfektion handeln. Für eine Neuinfektion können die gleichen Bakterien ursächlich sein oder, wie es seltener auch auftritt, ein Erreger-Wechsel.
Wenn anhand der Bakterienkulturen, die im Labor wachsen, festgestellt wird, dass es immer wieder die gleichen Bakterien sind, die zur Infektion führen, kann eine individuelle, erregerspezifische Immuntherapie zu einer nachhaltigen Unterbrechung der Rückfälle führen.
Auch in dem Fall, dass die Krankheitsverursacher wechseln, ist es möglich, mit einer individuellen Immuntherapie gegen die verschiedenen Keime eine nachhaltige Beschwerdefreiheit herbeizuführen.
Chronische bakterielle Entzündungen der Vorsteherdrüse (Prostata)
Die meisten Patienten leiden im Gefolge einer chronischen bakteriellen Prostata-Entzündung unter tiefsitzenden Rückenschmerzen, Schmerzen der Damm-Region, Schmerzen im kleinen Becken, häufigem Harndrang und Brennen beim Wasserlassen. Eindeutiges Kennzeichen einer chronischen bakteriellen Prostatitis durch dieselben Keime ist der Nachweis dieser Keime im Prostata-Sekret, d.h. im Prostata-Exprimat oder im Ejakulat.
Hier kann die individuelle Immuntherapie zu einer Linderung führen und helfen, dieses Krankheitsbild zu beenden.
Scheideninfektionen
Sowohl Entzündungen der äußeren und inneren Scheide als auch Ausfluss werden überwiegend durch Bakterien hervorgerufen. Manchmal wird die Anfälligkeit durch die Einnahme der Antibabypille erhöht. Häufige Scheidenspülungen, besonders mit chemischen Zusätzen, können das Scheidenmilieu stören. Deodorierende Sprays, Waschmittel, Weichspüler und Badezusätze können die Scheidenschleimhaut reizen. Und auch eng sitzende Unterwäsche kann das Wachstum von Bakterien und Pilzen begünstigen.
Eine gynäkologische Untersuchung zum Ausschluss anderer Ursachen wie etwa Fremdkörper oder Geschlechtskrankheiten, ist wichtig. Auch eine Krebsvorsorgeuntersuchung sollte durchgeführt werden.
Sind Scheidenausfluss, Juckreiz oder Brennen der Vulva nachweislich auf eine bakterielle Infektion zurück zu führen, bei denen herkömmlichen Methoden wie Cremes, Scheiden-Ovula oder Tabletten nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann eine individuelle Immuntherapie zu nachhaltiger Besserung und Schutz vor erneuten Rückfällen führen.
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